Egal ob ich im Wald oder in den Bergen Harfe gespielt hab – jedesmal war es für mich die Natur, die dort die Hauptstimme spielte. Ich durfte sie begleiten. Mal waren es das Rauschen der Blätter im Wind, mal die bezaubernden Stimmen der Vögel, ein kleiner Bach, Hühner und andere Haustiere. Und selbst wenn es still war, dann spielte die Stille ihre Musik.
So wird es nun in der nächsten Zeit Aufnahmen aus der Natur geben. Harfenmusik in der Natur gespielt, mit dem Orginal – Naturklang mit dazu.
Als ich 2025 ein erstes kleines Bächlein mit dem Mikro einfing – es war weit weg vom Verkehrslärm, an einem sehr ruhigen Ort – da erlebte ich etwas, das mir nicht so bewusst war: so viele Flugzeuge! Wie klein diese Fenster waren, zwischen dem Abklingen des letzten Flugzeuges und dem Auftauchen des Nächsten. Drei, vier Minuten, maximal. Ich weiß schon, dass sich über unseren Köpfen viele Flieger befinden, aber dass es so wenige „fluggeräuschsfreie“ Fenster gibt, das wusste ich nicht. Also werd ich mich an den Zeiten orientieren, an denen die wenigsten Flugzeuge unterwegs sind.
Zurück zur Musik: ab und zu wird es auch Stücke geben, wo ich bereits vorhandene Naturaufnahmen zu spezieller Musik, die ich nicht auf CD veröffentliche, unterlege. Das wird jedoch immer gekennzeichnet werden. Ob live oder im Studio zusammengebaut. Geplant sind auch einige Experimente mit natürlichen Spezialeffekten. All diese Musik wird dann ab Juni 2026 in der Abteilung Naturmusik oder Spezialstücke in der Musikboutique zu finden sein.
Für mich macht die Natur einfach die schönste Musik, der ich am liebsten zuhöre. Am besten „Live“ vor Ort.
Hier gibt es einen interessanten Vortrag (in Englisch) über das Zuhören, über die Hörgewohnheiten, über die so komprimierte Musik, die aus dem Ohrstöpsel kommt. Über Klänge der Natur, besonders jene Klänge, die der Mensch mit bloßen Ohren nicht hören kann, welche Vögel aber hören können beispielsweise. Warum an bestimmten Orten keine Vögel sind, macht er mit seinen Aufnahmen für das menschliche Ohr hörbar. Jez Riley French ist dieser Soundkünstler.
Ich werde eher beim traditionellem „field recording“ bleiben, und die Harfe dabei mitnehmen. Das ist nichts Neues.
Es gibt sehr viele wunderbare HarfenspielerInnen, die schon unzählige schöne Video´s und Aufnahmen in der Natur produziert haben. Ich werde mal eine Liste zusammenstellen, vielleicht auch mal eine kleine Sendung, über diese entspannende Kombination von Harfenmusik und Natur, die es schon sehr lange gibt.
Und noch mehr als es Alben gibt, gibt es HarfenspielerInnen, die so beseelt spielen, ohne ihre Musik jemals zu veröffentlichen. Es ist ein Glück für jede/n, wer diese SpielerInnen erleben kann, ihnen zuhören kann, diese Glücksmomente erfahren darf. Die ein-malig sind. Wie jeder Moment, der aufgenommen wird, ein-malig ist.
Ich denke mir oft, es braucht ja keine neuen CD´s. Es gibt ja schon so unglaublich Vieles in dieser Welt zum Anhören. Und was hab ich gemacht – trotzdem wieder ein neues Album aufgenommen. Darüber werde ich im nächsten Beitrag schreiben. Einen kleinen Einblick geben über das Entstehen und wie das so ist, mit dem Aufnehmen.
Ein Bild für Harfe in der Natur hab ich aus dem Archiv gekramt. 2007 ist dieses entstanden.
Beim Klicken auf das Bild geht es zum Morgenrot auf dem Flecknersee, Konzert in der Natur, mit der Natur, mit Herbert Pixner Projekt, das ich heuer von der Zuschauerbank aus sehr genießen werde.
Bis dahin, Herzlichst
Heidi Pixner.

Foto: Heidi Pixner 2007. Seiseralm, Rosszahnscharte.